Der Dalai Lama in Hamburg 2007 - The Dalai Lama in Hamburg 2007
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Diskussion: Naturwissenschaft und Buddhismus

Dr. Matthieu Ricard und Prof. Dr. Th. Metzinger
Moderation: Diego Hangartner

Naturwissenschaften auseinander, besonders im Rahmen der Mind and Life-Konferenzen. An diesem Abend stehen zwei 30minütige Vorträge über die neuesten Erkenntnisse der Bewusstseinsforschung und ihre kritische Reflektion auf dem Programm. Anschließend diskutieren die Referenten miteinander.

Der Vortrag von Thomas Metzinger wird der Frage nachgehen, wie das Ichgefühl entsteht, das allem Fühlen und Denken zu Grunde liegt. Wie kann man sich vorstellen, dass in einem informationsverarbeitenden System wie dem menschlichen Gehirn ein „phänomenales Selbst“ entsteht, ein bewusst erlebtes Selbst? Metzinger wird argumentieren, dass es so etwas wie ein substanzielles Selbst nicht gibt, sondern nur ein „transparentes Selbstmodell“. Er wird dann zeigen, dass es genauso falsch ist zu behaupten, dass das Selbst eine Illusion ist.

Der Vortrag von Matthieu Ricard beschäftigt sich mit dem Geistestrainung und der Plastizität des Gehirns. In den letzten 20 Jahren haben Neuro-Wissenschaftler herausgefunden, dass das Gehirn plastischer ist, als vermutet. Kann Geistestraining, die Schulung inMitgefühl und Achtsamkeit das Gehirn verändern?  In einem Institut in USA haben Richard Davidson, Antoine Lutz u.a. Buddhisten untersucht, die in ihrem Leben mehr als 15.000 Stunden meditiert haben. Ricard gibt einen Überblick über die Ergebnisse,

Thomas Metzinger (* 12. März 1958 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Philosoph und Professor für theoretische Philosophie an der Universität Mainz. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die analytische Philosophie des Geistes, die Wissenschaftstheorie der Neurowissenschaften und die Neuroethik. Er hat die Association for the Scientific Study of Consciousness mit gegründet und war von 2005-2007 Präsidente der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft. Sein wichtigstes Buch heißt „Being No One“ und ist 2003 bei MIT Press erschienen.

Matthieu Ricard, geboren 1946 in Paris, ist der Sohn des französischen Philosophen Jean-François Revel und der Malerin Yahne Le Toumelin. Er wurde am Institut Pasteur zum Molekularbiologen ausgebildet und gab 1972 seine Karriere auf, um buddhistischer Mönch zu werden. Er war Schüler und Begleiter von Dilgo Khyentse Rinpoche, der 1991 verstarb.